In Zusammenarbeit mit der Firma Baker Hughes wird in diesem Projekt an der Entwicklung einer akustischen, kommerziellen Apparatur für Messungen in Bohrlöchern gearbeitet, die bereits während der Bohrung weit entfernte Reflektoren abbilden kann. Die wichtigsten Anwendungen, die mit dieser Messmethode in Verbindung gebracht werden (jedoch nicht darauf beschränkt sind), sind:
- die präzise Darstellung (im Meterbereich) von strukturellen Fallen (wie z.B. Verwerfungen, Diskordanzen, Salzdomen, usw), die Öl und/oder Gas enthalten, und welche nach dem
neuesten Stand der Technik nur vage erkannt werden können, - die Verbesserung der seismischen Zeit-Tiefen-Verknüpfung sowie der Berechnung des seismischen Geschwindigkeits-Modells,
- die Früherkennung von plötzlichen Dichte-Gradient-Änderungen direkt vor dem Bohrkopf
Das Abbilden von seismischen Wellen, die von Quellen und Empfängern, welche in einer Flachbodeneinrichtung angebracht sind, ausgelöst und aufgenommen wurden, erfordert spezialisierte Abbildungsverfahren. Dieses Abbildungsverfahren muss die folgenden größten Hindernisse von Seismik während der Bohrung (SWD) berücksichtigen und handhaben können:
- einen hohen Rauschpegel aufgrund des Bohr-/Strömungsrauschens und bohrlochschädigender Schwingungen (wie zum Beispiel Stoneley Wellen, Instrument/Formation-biegende Wellen, etc.),
- eine sehr begrenzte räumliche Ausdehnung und Anzahl der Empfänger
Hier am Geophysikalischen Institut des KIT sind wir für die Entwicklung eines Algorithmus verantwortlich, der Vorwärtsstreuung modellieren kann und letztlich das flüssigkeitsgefüllte Bohrloch und eine „effektive“ Beschreibung des Bohrgeräuschs berücksichtigt. Basierend auf diesem Modellierungsalgorithmus werden wir Techniken zur Wellenseparation und Rückwärtsstreuung entwickeln, um ein möglichst genaues Abbild des Bohrlochumfeldes rekonstruieren zu können.


