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Was ist Geophysik?

Geophysik ist die Physik der Erde. GeophysikerInnen erkunden das Innere der Erde durch die Anwendung physikalischen Methoden mit dem Ziel, geologische Strukturen abzubilden, Zustände zu beschreiben und Prozesse zu beobachten. Unser Wissen über den Aufbau des tiefen Erdinnern stammt im Wesentlichen aus geophysikalischen Untersuchungen, denn selbst die tiefsten Bohrlöcher durchstoßen nicht einmal die Erdkruste.

Physikalische Beobachtungen an der Erdoberfläche ermöglichen indirekte Rückschlüsse auf den Aufbau des Erdinnern und tragen zum Verständnis der dynamischen Vorgänge bei, die zur Entstehung von Erdbeben und Gebirgen, aber auch zum Erdmagnetfeld führen. Zu den geophysikalisch aussagekräftigsten Beobachtungen gehören durch Erdbeben oder künstliche Quellen angeregte elastische Wellen. Die Vermessung des Erdmagnetfeldes und des Schwerefeldes der Erde, aber auch elektrische Messungen ermöglichen Rückschlüsse auf Materialeigenschaften wie die Massendichte oder die elektrische Leitfähigkeit. Die Kunst der Geophysik besteht darin, einerseits Strukturen des Erdinneren abzubilden und andererseits quantitative Aussagen über die Genauigkeit dieser Abbildung zu machen. Auf diese Weise haben z.B. gelernt, dass die Erde einen Erdkern besitzt, der in seinem äußeren Teil flüssig ist, darüberhinaus sind wir sind in der Lage unter der Erdoberfläche verborgene Rohstoffe, die wir zum Leben brauchen, zu finden.

Anwendungen für geophysikalische Fragestellungen finden sich beispielsweise:

  • bei der Suche nach Rohstoffen (Öl, Gas, Minerale),
  • im Bereich des Umweltmanagements (Schadstoffdetektion, Deponieuntersuchungen, hydrogeologische Arbeiten),
  • bei Bauvorhaben (Untergrunduntersuchungen für Tunnel, Dämme, Hochbauten, etc.),
  • bei der Überwachung von Naturgefahren (Erdbeben, Vulkane),
  • im Bereich der Erkundung des tiefen Erdinnern von der Kruste bis zum Kern.

 

» Informationen des Geophysikalischen Instituts zum Studium

» Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Berufsbild des Geophysikers

 

Was lernt man während des Studiums?

Zur Geophysik gehört:

  • das Verstehen der physikalischen Prozesse,
  • die Planung und Durchführung von Experimenten im Labor aber vor allem im Feld,
  • die Gewinnung von Daten mit modernsten Instrumentarien,
  • die Inversion und Visualisierung der Daten mit Computerverfahren,
  • das realistische Einschätzen von Genauigkeit und Grenzen der Aussagekraft von Ergebnissen,
  • die interdisziplinäre Interpretation zusammen mit Geologen und Ingenieuren.

 

Die Ausbildung besteht also aus einer soliden physikalischen und mathematischen Grundausbildung, der Vermittlung von geowissenschaftlichen Grundlagen und der speziellen geophysikalischen Methoden, der Einführung in die Handhabung von Computern und Algorithmen sowie dem Heranführen an interdisziplinäres Arbeiten.

 

Wie studiert man Geophysik?

Das Geophysikalische Institut des KIT gehört zur Fakultät für Physik. Das Studium hat deshalb einen Schwerpunkt im physikalisch-mathematischen Bereich.

Das Geophysikstudium ist in zwei Teile gegliedert. In der Regel erhält man bereits nach drei Jahren einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss, den Bachelor of Science. Üblicherweise führen die Bachelor-Absolventen des GPI das Studium anschließend weiter und erhalten in der Regel nach zwei weiteren Studienjahren den Abschluss Master of Science. Im Masterstudium werden die im Bachelor erworbenen Kenntnisse vertieft und erweitert.

Jeder Studienabschnitt beinhaltet Vorlesungen, Übungen und eine Abschlussarbeit, die Bachelor- bzw. Masterarbeit.

Auch für Bachelor-Absolventen anderer Universitäten ist es möglich, das Master-Studium der Geophysik am KIT aufzunehmen. Zulassungsvoraussetzungen sind bei der Studienberatung zu erfragen. Für Bachelorabsolventen des GPI sind die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt.

 

Wo sonst kann man noch Geophysik studieren?

Lehrveranstaltungen zu geophysikalischen Themen werden an etwa 20 deutschen Universitäten angeboten. An den meisten dieser Standorte wird jedoch kein Abschluss in Geophysik angeboten, wie das am KIT der Fall ist. Geophysikalische Inhalte werden oft in interdisziplinären Studiengängen gelehrt, die zu einem allgemeinen Geo-Abschluss führen.

Die Schwerpunkte der einzelnen Studiengänge sind sehr unterschiedlich. Von der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) werden drei Studiengangs-Modelle unterschieden (Dahm: Die neuen Studiengänge Bachelor und Master of Science, DGG-Mitteilungen 3/2007):

 

• Modell A: Studiengänge nach eher klassischem Muster, Abschluss: BSc Geophysik; Schwerpunkt auf mathematisch-physikalischer Ausbildung; Geophysik, Pflicht- und Wahlpflichtfächer umfassen mehr als ein Drittel der gesamten Studienleistung. Nach diesem Modell ist der Karlsruher Studiengang aufgebaut.

• Modell B: stark interdisziplinäre Ausbildung, Abschluss zum Beispiel: BSc Geowissenschaften, Georessourcen-Management bzw. Geotechnolgie; Geophysik, Pflicht- und Wahlpflichtfächer  mit maximal etwa 25% der Studienleistung lediglich als Schwerpunkt.

• Modell C: Abschluss BSc in Physik mit Schwerpunkt Geophysik (ebenfalls etwa 25% der gesamten Studienleistung oder weniger)

 

 

Wer am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Geophysik studieren will, kann sich informieren bei der Studienberatung Geophysik:

Dr. Ellen Gottschämmer, Geophysikalisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie, Hertzstr. 16, 76187 Karlsruhe, Tel: +49 (0)721 608 44594. Hier geht es zur Sprechstundenübersicht.

 

 

Weiterführende Informationen über den Studiengang Geophysik finden sich auf der Seite der Studierenden der Geophysik in der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG).