Betriebsleiterin

Name: Lenny Yadhira Mejía Méndez
Abschlussjahr: 2024
Herkunftsland: Kolumbien
Institution: Beratungsbüro für Geotechnik und Untergrunderkundung

Was sind deine täglichen Aufgaben in deiner aktuellen Position?

Ich arbeite für ein Geoconsulting-Unternehmen, in dem wir geophysikalische Untersuchungen durchführen, um detaillierte geologische Modelle des Untergrunds zu erstellen. Als Betriebsleiterin fungiere ich als Bindeglied zwischen geophysikalischer Theorie und praktischer Umsetzung.
Im Tagesgeschäft überwache ich den gesamten Lebenszyklus unserer Projekte. Dazu gehören die strategische Planung und die Logistik von Feldkampagnen, um sicherzustellen, dass unsere Teams über alles verfügen, was sie zur Erfassung hochwertiger Daten benötigen. Im Büro koordiniere ich multidisziplinäre Teams und leite die Arbeitsabläufe für die Datenverarbeitung und -auswertung. Obwohl ich eine Führungsrolle innehabe, arbeite ich bei einigen Projekten auch an der Auswertung geophysikalischer Daten, um das geologische Modell zu erstellen.

Welche wissenschaftlichen Qualifikationen und Soft Skills aus deinem Studium helfen dir in deinem Beruf am meisten weiter?

Die wichtigste Fähigkeit, die ich entwickelt habe, war die Fähigkeit, komplexe technische Konzepte in eigenen Worte zusammenzufassen und sie jedem Publikum effektiv zu vermitteln. Dies begann mit der Herausforderung mündlicher Prüfungen, die für mich als internationale Studentin eine neue Erfahrung waren. In der Industrie arbeitet man mit verschiedenen Interessengruppen zusammen, die möglicherweise keine GeophysikerInnen sind. Die Fähigkeit, in einfacher Sprache zu erklären, warum eine bestimmte geophysikalische Erfassung wichtig ist, kann entscheidend für den Projekterfolg sein.
Zudem hat mein Studium am KIT mein kritisches Denken stark gefördert, was beispielsweise bei der Verarbeitung geophysikalischer Daten unverzichtbar ist. Die ProfessorInnen des Studiengangs betonten immer wieder, wie wichtig es ist, die Theorie hinter den Methoden zu verstehen. Diese Grundlage ermöglicht es mir zu begreifen, was bei der Datenverarbeitung geschieht, und so zu erkennen, ob ein Ergebnis ein realistisches geologisches Merkmal oder lediglich ein Artefakt der Verarbeitung ist.

Was begeistert dich an deinem Job am meisten – und was ist die spannendste Herausforderung dabei?

Was mir am besten gefällt, ist die Dynamik. Ich stecke nie in einer sich wiederholenden Routine fest. An einem Tag löse ich ein logistisches Rätsel für eine neue Feldkampagne, und am nächsten Tag analysiere ich geologische Modelle oder erhebe geophysikalische Daten im Feld. Ich blühe in dieser „aktiven“ Rolle auf, in der ich auf Kunden reagiere und miterlebe, wie unsere technische Planung zu einem erfolgreichen, greifbaren Projekt wird.
Die größte Herausforderung war der Einstieg in eine Führungsrolle und das Erlernen, wie man Menschen effektiv leitet. Eine gute Führungskraft zu sein bedeutet, die richtige Balance zu finden zwischen dem, was für das Unternehmen am besten ist, und dem, was für die Mitarbeiter am besten ist.
Zudem ist das Tempo der Branche eine ständige Herausforderung. Anders als in der Wissenschaft sind die Fristen oft sehr knapp und es gibt kaum „zusätzliche“ Zeit. Es kann schwierig sein, den Raum zu finden, um über die neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse auf dem Laufenden zu bleiben und herauszufinden, wie man diese neuen Fortschritte in unsere täglichen kommerziellen Arbeitsabläufe integrieren kann.

Wie bist du zu deinem aktuellen Job gekommen?

Ich habe den Kontakt über LinkedIn geknüpft.

Was war dein persönliches Highlight während deines Studiums am KIT?

Auf persönlicher Ebene war das Highlight die lebendige und vielfältige Studierendengemeinschaft. Am KIT geht es nicht nur um intensives Studium; es ist ein Ort, an dem man durch Sport, Tanz oder studentische Gruppen ein „Zuhause“ finden kann. Meine internationalen Freunde wurden zu meiner zweiten Familie, und diese Balance zwischen Studium und Sozialleben machte meine Zeit in Karlsruhe wirklich einzigartig und unvergesslich.

Welchen Rat würdest du aus deiner heutigen Perspektive Geophysik-Studierenden oder Schülern für ihre berufliche Zukunft mit auf den Weg geben?

Warte nicht bis zum Abschluss, um aktiv zu werden! Es ist gut, sich schon während des Studiums nach Praktika umzusehen oder an Konferenzen teilzunehmen. Das sind die besten Möglichkeiten, um zu erfahren, was in der Industrie oder Forschung tatsächlich passiert, und um Leute kennenzulernen, die bereits in diesen Bereichen tätig sind – das hilft dir bei der Entscheidung, welchen konkreten Weg du einschlagen möchtest.

 

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