Geophysiker
Name: Rafael Acosta
Abschlussjahr: 2023
Herkunftsland: Venezuela
Institution: großes Dienstleistungsunternehmen
Was sind deine täglichen Aufgaben in deiner aktuellen Position?
Derzeit arbeite ich im Bereich der angewandten Geophysik. Ich führe geophysikalische Messungen in geringer Tiefe durch, um für Kunden festzustellen, was unter einem Zielgebiet verborgen sein könnte, wie beispielsweise Rohre, Felsbrocken oder Blindgänger. Gelegentlich reise ich auch innerhalb Deutschlands und in andere Teile Europas, um Feldarbeit zu leisten.
Welche wissenschaftlichen Qualifikationen und Soft Skills aus Deinem Studium helfen dir in deinem Beruf am meisten weiter?
Während meines Studiums habe ich meine technischen Kommunikationsfähigkeiten sowohl schriftlich als auch mündlich deutlich verbessert. Zu lernen, wie man Dinge in der Wissenschaft richtig benennt und erklärt, macht einen großen Unterschied bei der Kommunikation mit Kunden, Vorgesetzten oder ProfessorInnen. Zu den weiteren wichtigen Fähigkeiten, die ich erworben habe, gehören Programmieren, Datenverarbeitung, der Einsatz geophysikalischer Instrumente sowie IT-bezogene Kompetenzen. All dies habe ich während meines Studiums gelernt und wende es noch immer täglich in meiner Arbeit an. Was die Soft Skills betrifft, war die Arbeit in einem internationalen Umfeld sehr wertvoll. Es ist auch wichtig, die erzielten Ergebnisse transparent darzustellen. Geophysikalische Methoden haben ihre Grenzen, und manchmal ist es notwendig, dem Kunden ehrlich zu erklären, warum eine bestimmte Methode möglicherweise nicht geeignet ist, und alternative Ansätze vorzuschlagen.
Was begeistert dich an deinem Job am meisten - und was ist die spannendste Herausforderung?
Am meisten gefällt mir, Probleme direkt vor Ort zu lösen und Messungen für anspruchsvolle Projekte zu organisieren. Die Feldarbeit kann anspruchsvoll sein, besonders wenn Messungen unter schwierigen Wetterbedingungen durchgeführt werden müssen oder wenn man mehrere Wochen von zu Hause weg ist. Ein herausfordernder Aspekt einiger geophysikalischer Positionen ist, dass sie von den Marktbedingungen abhängig sein können. In bestimmten Branchen wie der Öl- und Gasindustrie kann beispielsweise ein Rückgang des Ölpreises leider zu Projektverzögerungen oder sogar Entlassungen führen.
Wie bist du zu deinem aktuellen Job gekommen?
Ich habe meinen aktuellen Job über LinkedIn gefunden.
Was war dein persönliches Highlight während deines Studiums am KIT?
Die Kurse zur seismischen Datenverarbeitung waren für mich sehr motivierend. Auch meine Zeit als studentische Hilfskraft in der angewandten Geophysik hat mir sehr gefallen. Eine weitere schöne Erfahrung war die Messkampagne an der Ettlinger Linie mit Professor Bohlen. Während dieser Feldkampagne haben wir viele geophysikalische Methoden angewendet, um die Arbeit von Doktoranden zu unterstützen, was eine sehr inspirierende Erfahrung war.
Welchen Rat würdest du aus deiner heutigen Perspektive Geophysik-Studierenden oder Schülern für ihre berufliche Zukunft mit auf den Weg geben?
Geophysik bietet schöne und faszinierende Berufe, aber ich denke, es erfordert etwas Leidenschaft und Ausdauer. Versuche, auch die kleinen Details zu verstehen – sie können den Unterschied ausmachen. Hab keine Angst, wenn du etwas nicht sofort verstehst. Es ist immer hilfreich, sich zu äußern und deine Ideen mit den richtigen Leuten zu besprechen. Ein Beruf in der Geophysik bietet zudem die Möglichkeit, an sehr interessanten Orten zu arbeiten. Manchmal erfordert dies Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an verschiedene Märkte oder Branchen. Gleichzeitig hilft dir die Geophysik dabei, viele übertragbare Fähigkeiten wie Programmieren, IT-Kenntnisse, öffentliches Sprechen und Teamarbeit zu entwickeln, was dir die Türen zu vielen verschiedenen beruflichen Wegen öffnen kann.
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