Doktorandin
Name: Marie Arnika Gärtner
Abschlussjahr: 2024
Herkunftsland: Deutschland
Institution: Universität
Was sind deine täglichen Aufgaben in deiner aktuellen Position?
Ich promoviere derzeit in Geophysik, genauer gesagt in Vulkanseismologie, am ISTerre in Grenoble, Frankreich. Ich arbeite mit seismischen Daten, die in der Nähe aktiver Vulkane aufgezeichnet wurden. Da die Daten bereits vorliegen, findet der Großteil meiner Arbeit am Computer statt. Ich verarbeite und analysiere seismische Signale, um besser zu verstehen, wie ihre Eigenschaften mit physikalischen Prozessen im Inneren eines Vulkans zusammenhängen.
Indem ich diese Signale als Fenster in den Vulkan und sein inneres System nutze, zielt meine Forschung darauf ab, die zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen aufzudecken. Die Verknüpfung dieser Prozesse mit den aufgezeichneten Signalen trägt letztendlich dazu bei, die Überwachung vulkanischer Aktivität zu verbessern.
Welche wissenschaftlichen Qualifikationen und Soft Skills aus deinem Studium helfen dir in deinem Beruf am meisten weiter?
Der forschungsorientierte Masterstudiengang am Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT war die perfekte Vorbereitung für den Start einer Promotion. Ein ganzes Jahr lang an meiner Masterarbeit zu arbeiten, gab mir einen realistischen Einblick in das Forschungsleben. Einer der wertvollsten Aspekte meines Studiums war die enge Zusammenarbeit in einem kleinen Team. Regelmäßige Präsentationen und Diskussionen halfen mir dabei, konstruktives Feedback zu geben und anzunehmen. Ich schätzte das unterstützende Umfeld am GPI sehr. Insgesamt fühlte sich der Übergang vom Masterstudium zur Promotion ganz natürlich an, nur mit mehr Eigenständigkeit und Verantwortung.
Was begeistert dich an deinem Job am meisten – und was ist die spannendste Herausforderung dabei?
Was mir an meinem Job am besten gefällt, ist die ständige Herausforderung. Ich bin neugierig, und in der Forschung gibt es immer etwas Neues zu lernen oder zu entdecken.
Gleichzeitig ist dies auch die größte Herausforderung. Forschung erfordert viel Eigenmotivation. Manchmal investiert man viel Zeit und Mühe, ohne sofort Ergebnisse zu sehen, was frustrierend sein kann. Aber das gehört zum Prozess dazu: Selbst wenn etwas nicht funktioniert, lernt man daraus dennoch.
Wie bist du zu deinem aktuellen Job gekommen?
Ich habe meine Doktorandenstelle durch Networking und offene Gespräche gefunden. Ich habe mit vielen Menschen über ihre Erfahrungen im Doktorat gesprochen, über das, was ihnen wichtig war, z. B. bei der Wahl eines Betreuers und ihres Themas, und was sie anders machen würden.
Während eines dieser Gespräche sprach ich mit einem ehemaligen Betreuer meiner Masterarbeit, der kürzlich seine Promotion abgeschlossen hatte. Er stellte den Kontakt zu meinem jetzigen Betreuer her. Ich hatte dann die Gelegenheit, zwei Wochen lang bei ISTerre zu Gast zu sein, mein potenzielles Forschungsthema zu besprechen und das Institut kennenzulernen. Am Ende dieses Besuchs wurde mir meine Doktorandenstelle angeboten.
Was war dein persönliches Highlight während deines Studiums am KIT?
Für mich fühlte sich meine Zeit am GPI an, als wäre ich Teil einer kleinen Familie. Ich blicke sehr gerne darauf zurück und komme immer wieder gerne zu Besuch.
Da wir in einem kleinen Team arbeiteten, kannten sich alle und unterstützten sich gegenseitig. Ich hatte die Möglichkeit, meine Forschungsergebnisse schon früh auf kleinen Konferenzen vorzustellen, was - wie mir heute bewusst ist - nicht sehr üblich ist. Ich wurde auch ermutigt, meine Masterarbeit in eine wissenschaftliche Veröffentlichung umzuwandeln. Selbst nachdem ich am ISTerre begonnen hatte, erhielt ich dafür weiterhin Unterstützung. Ein solches Umfeld, in dem man leicht mit allen in Kontakt kommt und sich unterstützt fühlt, war für mich eine große Motivationsquelle.
Welchen Rat würdest du aus deiner heutigen Perspektive Geophysik-Studierenden oder Schülern für ihre berufliche Zukunft mit auf den Weg geben?
Mein wichtigster Rat lautet: Sprich mit anderen.
Indem man mit anderen über ihre Arbeit spricht, gewinnt man Einblicke in Karrierewege, die man zuvor vielleicht nicht in Betracht gezogen hat. Es hilft einem auch, besser zu verstehen, wonach man eigentlich sucht.
Zögere gleichzeitig nicht, deine eigenen Interessen und Ziele mitzuteilen. So können andere dich mit Ideen, Projekten oder Stellen in Verbindung bringen, die du alleine vielleicht nicht gefunden hättest.
Kurz gesagt: Bleib neugierig, sei offen und scheue dich nicht, den Kontakt zu suchen.