Geophysikalisches Institut (GPI)

TIMO

Tiefenstruktur des mittleren Oberrheins (TIMO)

Karte mit seismologischen Messstationen des Projekts TIMODer Oberrheingraben in Südwestdeutschland ist ein Teil des europäischen, känozoischen Grabensystem. Die natürliche Seismizität in der Region ist moderat. Die Erdbebengefährdung für die 6 Millionen Menschen der Region kann jedoch aufgrund der hohen Konzentration von Einwohnern, Infrastruktur und Industrie erheblich sein. Da es für die Tiefenstruktur des Oberrheingrabens noch wenige und nur grobe datenbasierte Modelle gibt, wird das TIMO-Projekt (Tiefenstruktur des mittleren Oberrheingrabens) durchgeführt, um die Auflösung der subkrustalen Lithosphäre und Asthenosphäre zu verbessern. Dies ermöglicht uns ein besseres Verständnis der geodynamischen Entwicklung sowie Einschränkungen für die Bewertung der Erdbebengefährdung. Von Dezember 2004 bis Mai 2006 wurde ein passives seismologisches Experiment mit 32 mobilen KABBA-Stationen zusammen mit permanenten Breitband- und Kurzzeitstationen durchgeführt. Eine Untersuchung der lokalen Seismizität zeigt normale Fehler über die gesamte Kruste innerhalb des mittleren Oberrheingrabens. Die ermittelte Anisotropie im oberen Mantel zeigt nur eine gleichmäßige Änderung der Richtung mit schneller Wellenausbreitung, hauptsächlich in Nordost-Südwest-Richtung. Dieses Muster wird aufgrund der strömungsinduzierten Scherung als bevorzugte Mineralausrichtung im oberen Mantel interpretiert. Eine mit der Oberrheingraben verbundene Anomalie der Anisotropie konnte nicht gefunden werden. Die Analyse der teleseismischen Wellenfrontstörungen ergab ebenfalls keine subkrustale Anomalie. Es kann jedoch eine Anomalie mit verringerter seismischer Geschwindigkeit innerhalb der oberen Kruste im Gebiet von Landau geben, die räumlich mit einer Wärmestromanomalie zusammenfällt.